Einer von Holland ausgehenden Mode folgend, richtete schon der prachtliebende erste preußische König Friedrich I. zu Beginn des 18. Jahrhunderts am Berliner Hof ein "Tabakskollegium" ein.

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Sein Sohn Friedrich Wilhelm I. (1688-1740), der im Jahre 1713 den preußischen Thron bestieg, behielt diese Institution bei. Er nahm ihr jedoch den luxuriösen und verschwenderischen Charakter der Berliner Hofhaltung und rief das "Tabakskollegium" an verschiedenen Orten, zumeist in Potsdam, häufig aber auch in seinem düsteren Jagdschloß in Königs Wusterhausen, zusammen - fast immer in Räumen, deren karge, ja uniformierte Möblierung der spartanischen Lebensweise des "Soldatenkönigs" entsprach.

Der Überlieferung zufolge rauchte er gern einen kräftigen Tobak, jener Friedrich Wilhelm I., aber ebenso überliefert ist, daß er zum "Tabakskollegium" auch in der Absicht eingeladen hat, im Kreise nicht nur seiner Vertrauten, Minister und Militärs, sondern auch "durchreisender Standespersonen" seine eigene Meinung zu Tagesgeschehnissen zu äußern und die seiner Gäste kennenzulernen.

Dieser Absicht hat sich auch das Bremer Tabak-Collegium - zu Beginn der 50er Jahre des vorherigen Jahrhunderts von bremischen Kaufleuten gegründet - verpflichtet. Es hat sich das vertrauliche, aber liberale Gespräch über Themen des Zeitgeschehens zum Ziel gesetzt - in dem Bewußtsein, damit der Pflege hanseatischer, insbesondere auch bremischer Kultur und Tradition zu dienen.