177. Zusammenkunft am 05. Juni 2014
in der Österreichischen Nationalbibliothek/Hofburg in Wien


 

Tischrede - Dr. Peter Haßkamp

Liebe Gäste, dabei sind auch Damen eingeschlossen, meine Herren!

Wenngleich unsere Zusammenkunft eine zwanglose sein will, so ist es doch vorgegeben, dass der jeweilige Sprecher, der den Gastgeber vertritt, die Gespräche am Tisch mit einer Tischrede zu unterbrechen hat.

Er soll Verbindungslinien zwischen Bremen und dem Ort der Zusammenkunft, also Wien, herstellen, darf aber auch Fäden knüpfen zwischen dem Thema des Hauptvortrages und den beiden Städten oder Ländern, denen sie zugehören.

Bevor ich dazu komme, habe ich einige Bemerkungen nachzuholen, die ich ursprünglich im Rahmen der Begrüßung machen wollte.

Jenen Gästen unter uns, die zum ersten Mal in unserer Runde sitzen, bin ich ein Wort der Erklärung schuldig, um was es sich beim Bremer Tabakkollegium eigentlich handelt: Es ist eine Gesprächsrunde von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Es gibt keine juristische Verfassung, keine Statuten und keinen Vorstand, nur das „Kleine Gremium“, das Orte, Themen und Redner der Zusammenkünfte festlegt und die Einzuladenden bestimmt. Finanziert werden die Zusammenkünfte dankenswerterweise von einer Reihe überwiegend Bremer Unternehmen, die als Förderer anonym bleiben und keinen Einfluss auf die Entscheidungen des „Kleinen Gremiums“ nehmen. Ziel der Zusammenkünfte ist es, Sie, die aus Bremer Sicht auswärtigen Gäste zu Freunden Bremens zu machen, indem wir Sie einladen, mit uns – bei Wein und, wenn Sie mögen, später bei Tabak aus der Tonpfeife – aus Vortrag und Gespräch Erkenntnis zu gewinnen oder nachdenklich zu werden.

Dass es sich beim Bremer Tabak-Collegium um eine Veranstaltung handelt, bei der grundsätzlich nur Männer zugelassen sind, entspringt der Historie des Vorläufers der heutigen Institution, des Tabak-Collegiums des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I – auch, obwohl er nie einen Krieg führte: „der Soldatenkönig“ genannt.

In Wien kommen wir zum dritten Mal zusammen. 1974 durften wir schon einmal in der Hofburg zu Gast sein, fünf Jahre später in Schloss Schönbrunn. Beide Collegien, wie auch die späteren in Österreich - in der Salzburger Residenz , der Innsbrucker Hofburg, Schloss Eggenberg in Graz und im Salzburger Festspielhaus -, gehören schon wegen ihrer glanzvollen, ja prunkvollen Räumlichkeiten zu den Höhepunkten unserer Zusammenkünfte; wir hatten aber auch immer herausragende Redner aus Ihrem Land. Ich begrüße an dieser Stelle mit großer Freude als Redner des heutigen Abends Herrn Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, ferner Herrn Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky, der nach dem nächsten Gang ein Grußwort sprechen wird.

Nun zu den Verbindungslinien zwischen Bremen und Wien; ich will mich auf zwei beschränken – eine historische und eine aktuelle: Ein Ereignis, das den Namen Wiens unvergesslich in die Geschichtsbücher eingraviert hat, ist auch für Bremen von geradezu schicksalhafter Bedeutung geworden:
Ich spreche vom Wiener Kongress, der sich in einem Jahr zum zweihundertsten Mal jährt. Die Hansestädte wurden vom damals Bremer Senator für auswärtige Angelegenheiten und späteren Bremer Bürgermeister Johann Smid, dessen Ur-Ur-Ur-Enkel heute unter uns ist, vertreten. Während die meisten Staaten mit großen Delegationen gekommen waren, war Smid - wie außer ihm nur Talleyrand - ohne Begleitung angereist. Und trotzdem (oder gerade deshalb?) gelang es ihm in zähen Verhandlungen, die 1646 von Kaiser Ferdinand III im Linzer Diplom garantierte Selbständigkeit Bremens zu bewahren oder besser gesagt nach der Herrschaft Napoleons wiederherzustellen und die Aufnahme Bremens in den deutschen Bund durchzusetzen; als einziger der Hansestädte wurde Bremen in der Bundesakte zudem das Recht zugestanden, eine eigene auswärtige Politik zu betreiben. Das Alles erreichte ein nur 39jähriger; dies zeigt, auch junge Außenminister (einen solchen haben sie zurzeit in Österreich) können erfolgreich sein!

Im Theater in der Leopoldstadt wurde übrigen just zu dieser Zeit der „Vetter aus Bremen“ gespielt, aber -wie ich gelesen habe - nur einmal; man kann vermuten, dass es am Autor lag, der vermutlich einen Vetter in Bremen hatte, Bremen aber nie gesehen hat.
Die aktuelle Verbindungslinie ist eine der Musik. Darauf ausgerechnet in Wien zu verweisen, mag vermessen klingen: Aber es ist noch nicht lange her, dass eine Wiener Zeitung nach der Aufführung der weltweit von Kritikern hymnisch gefeierten Aufführung aller Beethoven-Symphonien durch die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen bei den Salzburger Festspielen 2009 geschrieben hat: „Wir wussten bisher gar nicht, dass es außer den Wiener Philharmonikern noch ein Orchester gibt, das Beethoven spielen kann.“ Und die Salzburger Nachrichten kurz und prägnant : „Das Wunder von der Weser!“ – ein Attribut, mit dem sich vorher nur unser Fußball-Club Werder Bremen hatte schmücken können, übrigens mit Bruno Pezzey und Andy Herzog in Hauptrollen. Und noch ein Hinweis zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Geschäftsführer Albert Schmitt befindet sich ebenfalls unter unseren Gästen: Sie gastiert in dieser Woche - letztmalig heute - mit einer konzertanten Aufführung von Mozarts Così fan tutte im Theater an der Wien! Inszeniert vom österreichischen Oscar-Preisträger Michael Haneke. Natürlich galt der Jubel des Publikums, von dem ich mich gestern Abend selber überzeugen konnte, in erste Linie dem Regisseur. Der ‚Kurier‘, der in seiner gestrigen Ausgabe auf der Titelseite von einem Operntriumph sprach, erwähnte aber immerhin wohlwollend auch das Bremer Orchester und das betörende Spiel seiner Holz- und Blechbläser.

Aber nicht nur die Musik verbindet die beiden Städte! Bremen hat nicht unwesentlich das Wiener Theaterleben bereichert: Peter Zadek, der am Burgtheater aufsehenerregende Inszenierungen bot, hatte seine ersten Erfolge unter Werner Hübner in Bremen. An dem kleinen Theater in Bremen - einem der wichtigsten seiner Zeit in Deutschland - war damals auch Peter Stein, der in Wien ein gern gesehener Gast ist und in dieser Saison den König Lear am Burgtheater inszeniert hat. Und auch das haben Bremen und Wiens Theater gemeinsam: Ärger mit den Finanzen, hier in Wien ja ganz aktuell!

Nun aber zur zweiten dem Tischredner auferlegten Aufgabe: Fäden zu knüpfen zwischen dem Thema des Hauptvortrages und den beiden Städten oder Ländern. Nachdem sich unser Ehrengast in der Collegiums-Runde dazu äußern wird, wie Deutschlands Nachbarn dessen neue Rolle in Europa sehen oder sehen wollen, will ich in der für eine Tischrede gebotenen Kürze einen Blick auf das in der Vergangenheit nicht immer unproblematisch erscheinende Verhältnis der Bewohner der beiden Nachbarn Österreich und Deutschland werfen:

Das Wort vom „Ösi gegen Piefke“ darf man wohl getrost als das nicht besonders ernst zu nehmendes Ergebnis wechselseitiger Klischees betrachten: Der Deutsche: effizient, humorlos, überheblich, rechthaberisch; der Österreicher: leicht schlampig, leichtlebig, schmähführerisch, unentschlossen.
Dabei klingt der von den Deutschen geprägte „Ösi“ eigentlich fast wie ein Kosename, aber auch der Begriff „Piefke“ ist eo ipso keineswegs abwertend, wenn man sich vor Augen führt, wie er entstand oder zumindest entstanden sein soll: Am 31. Juli 1866 fand nach dem Ende des preußisch-österreichischen Krieges im Marchfeld bei Wien eine große Parade vor König Wilhelm I von Preußen statt. Neben Johann Gottfried Piefke – genannt „August“ - dirigierte auch sein Bruder Rudolf ein Musikkorps. Unter den herbeigeeilten Wienern soll sich der Ruf „Die Piefkes kommen“ verbreitet haben und zum Sinnbild für 50. 000 marschierende Preußen geworden sein.

Diese Vorgeschichte wird indes nur den wenigsten Einheimischen bekannt gewesen sein, als sie – kurz nach dem Krieg noch um die wirtschaftliche Existenz kämpfend - für die häufig protzig – auf österreichisch: „präpotent“ - auftretenden Gäste aus dem damaligen Wirtschaftswunder-Land verständlicherweise eine aus ihrer Sicht abwertende Bezeichnung wählten. Aber Hand aufs Herz: Der „Piefke“ ist doch harmlos gegenüber dem „Saupreiß“, mit dem die Bayern - angeblich auch nicht bös gemeint - alle Norddeutschen, selbst die Bremer bezeichnen, obwohl Bremen nie zu Preußen gehörte.
Die Auffassung, dass das Verhältnis der beiden Nachbarn wenig entspannt sei, scheint mir vor allem in Österreich verbreitet gewesen zu sein. Aber es ist ja keineswegs ungewöhnlich, dass sich der kleinere Nachbar mehr am größeren reibt als der größere am kleineren. Und wir Bremer haben da eher noch ein Problem mit den Holländern, als mit den Österreichern. Umso bemerkenswerter finde ich, dass die meisten österreichischen Stimmen die Hauptschuld für ein zeitweise angespanntes Verhältnis zwischen beiden Ländern in einer Mischung aus Neid und Bewunderung mehrheitlich ihren eigenen Landsleuten geben. Das hat manchmal geradezu selbstzerfleischende Züge.

Sollte die von einem österreichischen Historiker als „begehrliche Verachtung gegenüber Deutschland“ beschriebene Rivalität ihren Ursprung etwa darin haben, dass es im kollektiven Gedächtnis der Österreicher die Deutschen waren, die über mehr als 120 Jahre anhaltende Bestrebungen Österreichs zu einer Vereinigung mit Deutschland zunichtemachten? Ich darf insbesondere den Gästen aus Deutschland, denen die entsprechenden Ereignisse eher nicht so gewärtig sein dürften, in Erinnerung rufen:
Im Wiener Kongress war der Einheitsstaat zwar gemeinsam von Fürst von Metternich und Karl August von Hardenberg angestrebt worden, und trotzdem scheiterte er - und zwar an den deutschen Klein- und Mittelstaaten, die befürchteten, in die Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Nach der Revolution von 1848 war es dann - aus österreichischer Sicht - Preußen, das die „großdeutsche Lösung“ verhinderte; dabei wird allerdings unterschlagen, dass Fürst Felix von Schwarzenberg die für Preußen unannehmbare Forderung stellte, die Habsburgermonarchie als eine unteilbare politische Einheit innerhalb des neuen Reiches fortzuführen.

Dann im Jahr 1866 Österreichs Niederlage gegen Preußen in der Schlacht bei Königgrätz, nach der dann ja die Piefkes aufmarschierten. Trotzdem entwickelte sich erneut der Wunsch nach einer Vereinigung. Bismarck indes zeigte Österreich bei der Reichsgründung die kalte Schulter.
Besonders ausgeprägt war der österreichische Wunsch eines Zusammengehens mit Deutschland nach dem gemeinsam verlorenen Ersten Weltkrieg; diesmal verhinderten es die Siegermächte, die ein „Anschlussverbot“ aussprachen.

Ich habe vorhin im Prunksaal eine Tafel gesehen, die mir völlig neue Erkenntnisse brachte und dem einen und anderen, den ich darauf angesprochen habe auch, dass es damals bereits am 31. Oktober 1918 einen Beschluss der deutschen Nationalversammlung gab, Deutschland und Österreich zu einem Staat zusammenzuführen. Dies ist aber dann von den Siegermächten verboten worden.
Das es schon soweit war, dass bereits ein Beschluss vorlag, habe ich heute erstmals auf dieser Tafel bei ihnen im Prunksaal gesehen.

Verwirklicht wurde der lang ersehnte „Anschluss“ erst 1938 mit einem - wie wir wissen - traurigen Ausgang. Danach war die Sehnsucht nach Deutschland bei der Mehrheit der Österreicher geheilt. Und es verwundert nicht, dass die von Franz Josef Strauß 1958 im Deutschen Bundestag getroffene Feststellung, „die Frage der Deutschen Einheit betreffe auch Österreich“, erhebliche Irritationen auslöste - übrigens auch in Deutschland. Wie so mancher Ausspruch von Strauß, z.B. der der Finnlandisierung. Ich habe zwei finnische Freunde hier, die mir versichern, dass sich die Finnen seinerzeit sehr darüber geärgert haben.

Knapp 20 Jahre später bei der Zusammenkunft des Bremer Tabak-Collegiums 1979 in Schloss Schönbrunn konnte ihr damaliger Bundespräsident Dr. Kirchschläger nicht ohne Stolz vermerken: „Aus dem Rumpfstaat, dem niemand eine Chance gab, ist ein Staat geworden, mit einem eigenen Bewusstsein, einem eigenen Charakter, mit einer eigenen Politik, die, abgestimmt auf Europa, doch seine besondere Individualität nicht verleugnen will.“

Verzeihen Sie mir, wenn ich nach diesen wahrlich staatsmännischen Worten noch einmal auf Störfaktoren im Verhältnis der beiden Länder zu sprechen komme und dazu in die Niederungen des Fußballs steige: Aber es gibt da ein historisches Ereignis, das in diesem Zusammenhang unvergessen ist: Der historische Sieg von Cordoba im Jahr 1978, als die österreichische Fußball-Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Argentinien die deutsche Mannschaft schlug – übrigens verdient! In einer seinerzeit im Rabenhoftheater zu sehenden Szene tritt der damalige Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Berti Vogts, als die Kameras in Córdoba ausgeschaltet werden, auf Hans Krankl zu, der das entscheidende Tor zum 3:2 für Österreich geschossen hatte und gratuliert: „Mensch, Junge. Ich freu mich tierisch für Euch.“ „Dafür gewinnt Ihr heuer sicher einmal ein Skirennen“, erwidert Krankl. „Außerdem, Bruder, wenn Ihr noch eine Chance gehabt hättet, ins Endspiel zu kommen, wir hätten Euch gewinnen lassen!“
Dies war natürlich eine Satire! Die Boulevardpresse – sah es anders: Krankl freute sich in „Sport am Montag“, „dass jetzt die Deutschen den Mund halten müssen“; und die „Bild“-Zeitung erklärte Krankl daraufhin zum Staatsfeind.

Ich möchte diese Episode indes als einen Beleg dafür deuten, dass wir es in erster Linie mit so Etwas wie Hassliebe zwischen nahen Verwandten zu tun haben, die das Verhältnis beider Länder zueinander kennzeichnet.
Äußerst elegant brachte der ehemalige Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky, der übrigens genau vor 40 Jahren bei der ersten Zusammenkunft des Collegiums hier in der Hofburg ein Grußwort sprach, das ambivalente Verhältnis der beiden Gesellschaften auf den Punkt. Als er gefragt wurde, warum er so gern ins Bayrische zur Kur fahre: „Da bin ich nicht in Österreich und noch nicht in Deutschland.“

Vieles hat sich seitdem geändert. Vor fünf Jahren wurde in einer umfangreichen Studie die Meinung der Österreicher über Deutschland erfragt. Die Ergebnisse waren verblüffend: Die Deutschen wurden gegenüber einer Vergleichsstudie aus dem Jahr 1980 nun als plan- und erfolgloser, konservativer und pessimistischer, gleichzeitig aber auch als fröhlicher, friedliebender und großzügiger eingeschätzt. Woher dieser Sinneswandel? Es hat sicherlich damit zu tun, dass Deutschland nicht mehr der primäre Bezugspunkt der Österreicher ist und sie Deutschland nicht mehr benötigen, um sich selber zu definieren.
Er dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass Deutschland nach der Wiedervereinigung durch die Sanierung der ehemaligen DDR wirtschaftlich zurückgefallen war, während Österreich - von den Deutschen ungestört - beträchtliche Erfolge im Geschäft mit Osteuropa aufweisen konnte und Deutschland streckenweise im Wirtschaftswachstum deutlich überlegen war. Schwäche macht eben sympathisch!

Und umgekehrt? Die Deutschen mussten zur Kenntnis nehmen, dass es deutlich mehr gut ausgebildete Deutsche gibt, die ihrem Beruf in Wien nachgehen als umgekehrt, und dass Unmengen deutscher Studenten die österreichischen Universitäten besuchen, und das nicht nur wegen des in Deutschland geltenden Numerus Clausus, sondern weil sie exzellente Arbeitsbedingungen und eine hohe Qualität der Lehre vorfinden.

Viele von ihnen warten jetzt sicher auf den – übrigens fälschlich – Karl Kraus zugeschriebenen Satz: „Das Einzige, was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache“. Ich verzichte darauf, dem tieferen Sinn dieser Aussage nachzugehen - falls es ihn überhaupt gibt. Aber es gibt Besonderheiten im hier gesprochenen Deutsch; neben uns altertümlich erscheinenden Begriffen der aus dem Habsburgischen stammenden Amtssprache sind es vor allem solche auf kulinarischem Gebiet; für unsere deutschen Gäste einige Beispiele, denen sie, wenn sie noch einige Tage in Wien bleiben, begegnen werden: dem berühmten Erdapfel für die Kartoffel, den Eierschwammerln für Pfifferlinge, Kren für Meerrettich und Paradeiser für Tomate; 23 dieser Begriffe aus dem Bereich der Landwirtschaft sind übrigens durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Nachdem sie, die österreichischen Gäste, den ersten Gang des einfachen Bremer Abendbrotes überstanden haben und sie, die Gäste aus Deutschland, sich damit abgefunden haben, dass sie heute Abend auf die unaussprechlich guten Canapés des legendären „Trzesniewski“, einen Tafelspitz mit Apfelkren, Schnittlauchsauce und Dillrahmfisolen im „Plachutta“ oder ein Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat im „Schwarzen Kameel“ oder in der „Roter Bar“ des Hotel Sacher verzichten mussten, werden wir nach dem jetzt anstehenden Fleischgang und dem angekündigten Grußwort von Bundeskanzler Vranitzky kulinarisch wieder auf einen Nenner kommen: Mit dem sich anschließenden Käsegang, zu dem Bordeaux gereicht werden wird.